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Was ist das Besondere an den weißen FOODOH Beuteln?

Unsere weißen FOODOH Beutel bestehen aus 2 Schichten nachhaltigen Materials. Die äußere Schicht besteht aus Kraftpapier und die Innenseite des Papierbeutels besteht aus einem dünnen Zellulose-Film. Die Zellulose wird aus Zellstoff (Holz) gewonnen, der aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt und FSC™ zertifiziert ist (Forest Stewardship Council™). Die Zellulose-Folie enthält keine GVO-Inhaltsstoffe (genveränderten Stoffe). Die Zellulose-Folie ist biologisch abbaubar und kompostierbar. Um als kompostierbar zertifiziert zu werden, muss das Produkt in Wasser, CO2 und Biomasse mit einer Geschwindigkeit abgebaut werden, die der anderer Biomaterialien entspricht.

In Deutschland gelten folgende Richtwerte: Kompostierbare Materialien müssen in industriellen Kompostanlagen bei etwa 60 Grad Celsius innerhalb von drei Monaten abgebaut werden und dürfen höchstens zehn Prozent der Menge als Rückstände hinterlassen. Außerdem dürfen keine negativen chemischen Auswirkungen auf den fertigen Kompost auftreten, was durch Ökotoxizitätstests sichergestellt wird. Die Zellulose-Folie erfüllt diese Ansprüche und daher entsprechen unsere Beutel auch der Norm EN-13432 für industrielle Kompostierbarkeit und tragen das Kompostierbarkeitszeichen „Keimling“ des European Bioplastics e. V.

Das Kraftpapier unserer Beutel wird zu 100% aus agrarischen Abfällen gewonnen. Im Vergleich zu Recyclingpapier spart das 45% mehr CO2 ein (berechnet nach der ReCiPe midpoint 1.07 Methode). Die Umweltbelastung (also die Umweltfolgen aus der Verwendung von Rohstoffen, Energie, Wasser, Chemikalien, Maschinen und Abfällen auf die Umwelt) ist deutlich niedriger als bei Papier aus nachhaltiger EU-Forstwirtschaft (47%) und Recyclingpapier (29%). 

Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen fallen organische Abfälle in Form von Blättern und Stielen an. Anstatt diese Abfälle zu verbrennen oder verrotten zu lassen, werden diese mit 100% erneuerbarer Energie zu Zellulose verarbeitet, die wiederum zur Herstellung von Papier genutzt wird. Auf diese Weise liefert eine Agrarfläche zwei Produkte: Nahrung und Rohstoff für Papier. Dieser Rohstoff ist etwa vierzig Mal schneller erhältlich, als Zellulose von Bäumen und der Gewinn pro Hektar ist ungefähr 1,5-mal höher. Die Pflanzen, aus denen die organischen Abfälle gewonnen werden, sind die weltweit am meisten angebauten Arten: Mais, Reis und Zuckerrohr (übrigens: nach der Nutzung der essbaren Pflanzenbestandteile bleiben 80% Abfälle übrig). Die Herstellung des so gewonnen Kraftpapiers erfolgt CO2-neutral. Aber nicht nur unsere weißen FOODOH Beutel sind aus diesem Kraftpapier - auch unsere Etiketten sind es und die verwendeten Druckfarben sind frei von fossilen Materialien und zertifiziert kompostierbar, um auch hier eine lückenlose Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Sind die FOODOH Beutel damit frei von jeglicher Kritik? 

Natürlich nicht und das möchten wir auch nicht unter den Teppich kehren. Das gesamte Thema Nachhaltigkeit ist im Verpackungsbereich relativ jung und es ist ein Prozess, der erst jetzt richtig anfängt, Fahrt aufzunehmen und sich zu entwickeln. Vor 10 Jahren reichte es aus, dass man einen braunen Papierbeutel hatte, um nachhaltig zu sein. Wie bei allen relativ jungen Entwicklungen wird viel diskutiert, es werden Dinge ausgetestet und es gibt immer ausreichend Experten, die an Lösungsansätzen und Produkten Kritik üben und das ist auch gut so (sonst würde sich ja auch nichts bewegen). Und so gibt es auch Kritik an den Materialien, die wir für die FOODOH Beutel verwenden. Entsorgungsbetriebe bemängeln, dass in Deutschland die Kompostieranlagen der meisten kommunalen Verwertungsgesellschaften nicht darauf ausgelegt sind, kompostierbares Verpackungsmaterial 60 Tage verrotten zu lassen, sondern in den meisten Fällen schon nach 30 Tagen der Kompostierungsprozess beendet wird. Die kompostierbaren Verpackungen sind dann nicht komplett zerfallen und werden daher vorab herausgesiebt. Daher müssen unsere FOODOH Beutel entweder auf den heimischen Kompost oder aber über die gelbe Tonne entsorgt werden.

Eine andere Kritik ist die Frage, ob kompostierbare Materialien tatsächlich den Kompost nährstoffreicher machen. Laut wissenschaftlichem Dienst des Bundestags entstehen bei der Zersetzung von kompostierbaren Materialien kaum Nährstoffe, sondern hauptsächlich CO2 und Wasser. Diese Kritiken an industriell kompostierbaren Verpackungen und damit natürlich auch an unseren Beuteln ist richtig und dennoch finden wir es wichtig und richtig, diesen Weg zu gehen. Wir könnten, wie viele andere Onlinehändler und Markenhersteller, auf konventionelle Verpackungen aus erdölbasiertem Plastik setzen und das damit begründen, dass wir ja so ein kleiner Betrieb sind, der sich aus Kostengründen mit diesen Themen nicht auseinandersetzen kann, aber das ist nicht unsere DNA. Wir geben für unsere Beutel zwischen 300% - 400% mehr aus, als vergleichbare erdölbasierte Verpackungen kosten und schlagen diese Mehrkosten nicht auf unsere Produktkosten auf (wie Du im Vergleich unserer Produkte zu Wettbewerbsprodukten jederzeit prüfen kannst).


Nutzt FOODOH ausschließlich kompostierbare Beutel?

Nein, in einigen Fällen kommen bei uns auch erdölbasierte Beutel zum Einsatz — nämlich dort, wo der Produktschutz Vorrang hat. Der Hintergrund ist, dass erdölfreie Beutel derzeit eine geringere Barriere gegenüber Sauerstoff und Feuchtigkeit aufweisen. Dadurch haben empfindliche Produkte wie Pulver oder gefriergetrocknete Früchte oft nur eine sehr kurze Haltbarkeit.

Da im Lebensmittelbereich der Schutz und die Qualität der Produkte oberste Priorität haben, müssen wir in diesen Fällen leider auf Beutel mit besonders hohem Barriereschutz zurückgreifen. Wir hoffen, dass es künftig kompostierbare Verpackungslösungen geben wird, die dieselben Barriereeigenschaften bieten wie herkömmliche, aluminiumbeschichtete Beutel.

Folgende Beutel sind, neben den heimkompostierbaren FOODOH Beuteln, bei uns im Einsatz:

1. „I'm Green“ Beutel (braune kleine Beutel)


Für Produkte mit besonders hohen Anforderungen an den Produktschutz verwenden wir Beutel mit sehr hohen Barriereeigenschaften. Das eingesetzte KPET-Material bietet nach Aluminium einen besonders wirksamen Schutz. Gleichzeitig nutzen wir ein innovatives PE aus Zuckerrohr („I'm Green“) statt herkömmlichem Kunststoff auf Erdölbasis. Dadurch lassen sich nachweislich schädliche Treibhausgasemissionen verringern. Zu erkennen ist dieser Beutel an einem Aufdruck auf der Unterseite. Er besteht zu mehr als 65 % aus nachwachsenden Rohstoffen, basierend auf dem verwendeten Kraftpapier und dem Biokunststoff aus Zuckerrohr.


2. Große, braune Beutel

Für unsere großen Müslis, Haferflocken und gefriergetrockneten Früchte verwenden wir große braune Beutel aus einem konventionellen Material auf Aluminium- und Kunststoffbasis. Grund dafür sind die besonders hohen Anforderungen an Produkt- und Transportschutz, für die aktuell leider noch kein alternatives Beutelmaterial verfügbar ist.